
Die EDV hilft, vieles besser zu ordnen und einfacher verfügbar zu machen warum also nicht auch Wortschätze? Dieser Idee folgend haben Spezialisten des IDS das stetig wachsende Recherchesystem COSMAS II entwickelt. Es bietet bereits Zugriff auf 3,9 Milliarden verschiedener Wortformen. Eine betriebssystemunabhängige COSMAS II-Version steht der Öffentlichkeit seit dem vergangenen Jahr unter www.ids-mannheim.de/cosmas2/ im Internet zur Verfügung. Um das Recherchesystem mit zusätzlichem Datenmaterial zu versorgen, wurden 2009 sämtliche Ausgaben der Tageszeitung Mannheimer Morgen sowie drei weiterer deutscher Zeitungen in konvertierter Form eingespeist. Ein weiteres interessantes IDS-Forschungsgebiet ist die Migrationslinguistik. Deutsch ist bekanntlich nicht immer gleich in Sprachgestalt und Klang. Dialekte, Mundarten sind auch heutzutage noch weit verbreitet. Nicht nur bei alteingesessenen Bevölkerungsgruppen. Das 2008 gestartete Projekt Migrationslinguistik nimmt das von Zuwanderern in Deutschland gesprochene Deutsch genauer unter die Lupe. Als Modellgruppe dienen dabei Migranten mit deutsch-russischem Hintergrund, die sogenannten Aussiedler. Die Forscher untersuchen, wie sich deren Sprachgebrauch entwickelt. Wie passt sich das von den Migranten gesprochene Deutsch zum Beispiel der regionalen Umgangssprache in der neuen Heimat an, und wie werden bestimmte Elemente davon wiederum von den Zuwanderern verändert? Bilden sich eventuell migrationsspezifische Sprachformen, auch Ethnolekte genannt? Alle diese Entwicklungen sollen bei einer Testgruppe über einen Zeitraum von 15 Jahren hinweg exakt dokumentiert werden.