Sammlung Prinzhorn

Die Sammlung Prinzhorn vereint Zeichnungen, Gemälde, Collagen, Textilien, Skulpturen und eine Fülle unterschiedlicher Texte, die zwischen 1845 und 1930 in psychiatrischen Anstalten vorwiegend des deutschsprachigen Raums entstanden sind. Sie ist nach Hans Prinzhorn benannt, einem Arzt und Kunsthistoriker, der unter anderem in Heidelberg gearbeitet hat. Anders als seine Zeitgenossen suchte Prinzhorn in der sogenannten Kunst der Geisteskranken weder nach jener Authentizität, die gewöhnlichen Künstler angeblich abhanden gekommen war, noch nach diagnostischer Verwertbarkeit. Da er mit beiden Fachgebieten vertraut war, in denen man sich bisher mit den Werken der Patienten psychiatrischer Anstalten beschäftigt hatte, fand Prinzhorn als Erster zu einer interdisziplinären Sichtweise. Für ihn stand die Frage nach dem Ursprung künstlerischer Gestaltung im Vordergrund. Indem er die psychologische Gleichwertigkeit aller gestalterischen Phänomene betonte und bestimmten Werken künstlerische Qualität zuerkannte, wurde die verachtete Irrenkunst - und damit auch ihre Schöpfer - neu bewertet.

Innovation: Impulsgeber in Wissenschaft und Kunst

An der Sammlung Prinzhorn wird zum einen stark interdisziplinäre akademische Forschung betrieben. So beschäftigt sich seit einiger Zeit eine Arbeitsgruppe, die in ungewöhnlicher Kombination Vertreter der Psychiatrie, Psychologie, Psychoanalyse, Philosophie, Kunstgeschichte und Kunsttherapie zu intensivem Austausch versammelt, mit Werken des Heidelberger Fundus. Außerdem hat die Sammlung Prinzhorn in den letzten Jahren eine Reihe von jüngeren Malern, Zeichnern und Videokünstlern zu künstlerischer Forschung angeregt, einer Auseinandersetzung, die sich neben kulturgeschichtlichem Erkunden den Werken gerade auch im Nachvollziehen des spezifischen kreativen Aktes nähert.


Anschrift:
Voßstr. 2

69115 Heidelberg


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