
Hydrophobin ist der Regenschirm der Pilze. Ursprünglich stammt das Protein aus dem Pilz Aspergillus nidulans. Auf der Oberfläche der Fruchtkörper sorgt es dafür, dass Wassertropfen von ihr abperlen können. Der Stoff ist ein wahres Effizienzwunder: Bereits als nur wenige Nanometer dicke Schicht verändert es die Eigenschaften von Oberflächen. Wasserabweisende werden wasseranziehend und umgekehrt. Das macht den Stoff interessant für viele technische Anwendungen. Möbel und Fußböden aus Holz werden durch die Beschichtung mit dem Protein wasserabweisend. Silikon hingegen kann, dank Hydrophobin, mit wasserbasierten Farben überstrichen werden. Als erstes Unternehmen stellt BASF Hydrophobin in industriellen Mengen her. Ein weiterer Star im BASF-Besucherzentrum sind ionische Flüssigkeiten. Das sind flüssige Salze, die im Unterschied zum Kochsalz einen niedrigen Schmelzpunkt aufweisen. Dabei vereinen sie verschiedene Eigenschaften von Flüssigkeiten und Feststoffen: Sie verdampfen nicht, sind nicht entflammbar und leiten elektrischen Strom. Die BASF hat ionische Flüssigkeiten zu wahren High-Tech-Chemikalien weiterentwickelt, die das Potenzial haben, eine ganze Reihe von industriellen Anwendungsbereichen zu revolutionieren. Etwa die Verarbeitung von Cellulose, einem Rohstoff für die Papierproduktion und die Herstellung von Viskosefasern. Durch den Einsatz ionischer Flüssigkeiten, die über außergewöhnliche Löseeigenschaften verfügen, kann Cellulose künftig effektiver und umweltverträglicher gelöst werden.