
Die Magnetresonanztomographie ist ein Schnittbildverfahren, mit dem Mediziner in den Körper eines Patienten hineinschauen und Details über den Zustand von Organen ermitteln können. Das Prinzip: Ein sogenannter supraleitender Magnet erzeugt im Patienten ein extrem starkes Magnetfeld, in dem sich die Wasserstoffkerne des Gewebswassers ausrichten. Eine Radiowelle lenkt die magnetischen Kerne kurzfristig aus, die wiederum geben dabei je nach Gewebetyp unterschiedliche elektromagnetische Signale ab. Der Tomograph fängt diese sehr schwachen Signale auf und setzt sie in Bilder um. In den Schnittbildern lassen sich Tumore von gesundem Gewebe abgrenzen; mit zunehmender Magnetfeldstärke gelingt dies immer besser. Das DKFZ verfügt seit 2008 über einen extrem leistungsfähigen Hochfeldtomographen, der mit 7 Tesla eine Magnetfeldstärke erzeugt, die 140.000 Mal stärker ist als das Erdmagnetfeld (klinische Tomographen verwenden bis zu 3 Tesla). Das Gerät wurde dem Zentrum von der Firma Siemens im Rahmen einer strategischen Allianz zur Verfügung gestellt. Vorerst werden hauptsächlich Hirntumore untersucht, die mit einer räumlichen Auflösung im Submillimeterbereich abgebildet werden können. Diese hohe Auflösung gestattet es, z.B. kleinste Blutgefäße im Tumor zu erkennen und ihre Veränderung unter der Therapie zu beobachten. Auch die Stoffwechseleigenschaften eines Tumors können so untersucht werden. Studien zur Blut- und Sauerstoffversorgung von Krebsgeschwüren liefern Hinweise auf deren Bösartigkeit und die Effektivität von Therapiemaßnahmen. Sogar krebstypische Moleküle im Tumorgewebe werden mit dem Hochfeldtomographen deutlich.