Deutsches Krebsforschungszentrum

Vor den Toren des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) steht ein seltsames Kunstwerk. Es besteht aus unförmigen Bronzewölbungen, durch deren Mitte eine stabförmige Kraft zu schießen scheint. Eine plastische Kampfansage, die Botschaft ist klar: Dem tödlichen Wuchern soll Einhalt geboten werden. Schnell und wirksam. Und genau daran arbeiten hier rund 2.500 Mitarbeiter, davon über 1.000 Wissenschaftler. Sie erforschen die Ursachen und Entstehungswege von Tumoren und entwickeln neue Therapieverfahren. Mit beachtlichem Erfolg. Das DKFZ ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft wissenschaftlicher Institutionen und die größte biomedizinische Forschungseinrichtung Deutschlands. Hier wurden und werden unter anderem die Grundlagen gelegt für Impfstoffe, die gegen Gebärmutterhalskrebs schützen. Für die Entdeckung der krebserregenden Wirkung von humanen Papillomaviren (HPV) erhielt Harald zur Hausen 2008 den Nobelpreis für Medizin. Außerdem stammen viele der heutzutage weltweit erfolgreich eingesetzten Methoden der Strahlentherapie aus diesem Institut. Seit einiger Zeit herrscht in der Krebsforschung Aufbruchsstimmung, am DKFZ spricht man von einem Paradigmenwechsel. Bisherige Therapien haben oft zu starke Nebenwirkungen. Neue Medikamente sollen das Problem an der Wurzel packen und die Tumoren schon im Entstehungsstadium angreifen. Ein besonders interessantes Arbeitsgebiet ist diesbezüglich die Erforschung sogenannter Krebsstammzellen. Sie nisten sich an fast unerreichbaren Stellen im Knochenmark ein und produzieren durch Teilung immer wieder neue Keimzellen für Tumoren. Noch besser als erfolgreich Bekämpfen ist natürlich Vorbeugen. Deshalb hat das DKFZ auch jüngst eine eigene Abteilung für Präventive Onkologie eingerichtet, in der die wirksamsten Möglichkeiten der Krebsprävention erforscht werden. Daneben bietet der Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ der Bevölkerung auch fachkundige Beratung zum Thema Krebs und dessen Prävention an.

Innovation: Hochfeldtomographie bietet Einblick in das Innere von Tumoren

Die Magnetresonanztomographie ist ein Schnittbildverfahren, mit dem Mediziner in den Körper eines Patienten hineinschauen und Details über den Zustand von Organen ermitteln können. Das Prinzip: Ein sogenannter supraleitender Magnet erzeugt im Patienten ein extrem starkes Magnetfeld, in dem sich die Wasserstoffkerne des Gewebswassers ausrichten. Eine Radiowelle lenkt die magnetischen Kerne kurzfristig aus, die wiederum geben dabei je nach Gewebetyp unterschiedliche elektromagnetische Signale ab. Der Tomograph fängt diese sehr schwachen Signale auf und setzt sie in Bilder um. In den Schnittbildern lassen sich Tumore von gesundem Gewebe abgrenzen; mit zunehmender Magnetfeldstärke gelingt dies immer besser. Das DKFZ verfügt seit 2008 über einen extrem leistungsfähigen Hochfeldtomographen, der mit 7 Tesla eine Magnetfeldstärke erzeugt, die 140.000 Mal stärker ist als das Erdmagnetfeld (klinische Tomographen verwenden bis zu 3 Tesla). Das Gerät wurde dem Zentrum von der Firma Siemens im Rahmen einer strategischen Allianz zur Verfügung gestellt. Vorerst werden hauptsächlich Hirntumore untersucht, die mit einer räumlichen Auflösung im Submillimeterbereich abgebildet werden können. Diese hohe Auflösung gestattet es, z.B. kleinste Blutgefäße im Tumor zu erkennen und ihre Veränderung unter der Therapie zu beobachten. Auch die Stoffwechseleigenschaften eines Tumors können so untersucht werden. Studien zur Blut- und Sauerstoffversorgung von Krebsgeschwüren liefern Hinweise auf deren Bösartigkeit und die Effektivität von Therapiemaßnahmen. Sogar krebstypische Moleküle im Tumorgewebe werden mit dem Hochfeldtomographen deutlich.


Anschrift:
Im Neuenheimer Feld 280

69120 Heidelberg


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Termine

  • Sonstiges
    Bioinformatics Career Day
    24. May 2012 · 10:00
    Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg
  • Sonstige Freizeitangebote
    Heidelberg läuft für die Krebsforschung
    20. May 2012 · 09:00
    Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg
  • Vorträge
    Wie Kulturen in Geschichte und Gegenwart mit Katastrophen umgehen
    06. Jul 2012 ·
    Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg
  • Vorträge
    Dunkle Materie unsichtbar, unhörbar und doch stets um uns herum
    29. Jun 2012 · 17:00
    Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg