European LeukemiaNet

Die Diagnose Leukämie ist ein Schock. Die manchmal schleichend, manchmal rasch verlaufende Erkrankung des blutbildenden Systems ist meist unheilbar, bei akutem Verlauf kann der unbehandelte Blutkrebs einen Patienten innerhalb weniger Wochen töten. Jährlich erkranken europaweit etwa 100.000 Menschen an Leukämie. Betroffen sind nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder und Jugendliche. Das 2004 gegründete European LeukemiaNet (ELN) mit zentralem Sitz im Mannheimer Universitätsklinikum hat sich dem intensiven medizinischen Kampf gegen die Krankheit verschrieben. Das Kooperationsnetzwerk besteht aus über 1.000 Wissenschaftlern und Ärzten in 33 Ländern. Die Experten führen gemeinsam klinische Studien und andere Forschungsprojekte zum Thema Leukämie durch, entwickeln neue Therapien und sind so in der Lage, Patienten zum Teil jahrzehntelang ein weitgehend normales Leben zu ermöglichen.

Innovation: Ein Patientenregister für die Forschung

Mit neuen Behandlungsmethoden wurden zum Beispiel bei Fällen von chronischer myeloischer Leukämie (CLM) große Erfolge verbucht. Spezielle Medikamente und Therapieansätze erhöhten deutlich die Überlebenszeit bei gleichzeitiger Verbesserung der Lebensqualität. Die Ursachen der Krankheit sind noch nicht genauer bekannt. Bei etwa 90 Prozent der Betroffenen liegt ein genetischer Defekt auf dem Chromosom 22 vor. Um diese Leukämie-Form intensiver erforschen zu können, baut das ELN zur Zeit ein europaweites Register aller CLM-Patienten auf. So lassen sich Ursachen und Folgen der Leukämie besser studieren, und Ärzte können die Ergebnisse verschiedener Therapieformen vergleichen. Es ist weltweit das erste Mal, dass ein solches länderübergreifendes Register ins Leben gerufen wird.


Anschrift:
Pettenkoferstr. 22

68269 Mannheim


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