Fachhochschule Worms

Worms hat mehr zu bieten als Geschichte und den weltberühmten Dom. Dank der ursprünglich als Anstalt für die Ausbildung von Lehrern gegründeten Fachhochschule ist die Stadt auch ein bedeutender akademischer Standort. Nach der Umwandlung in eine Pädagogische Hochschule im Jahr 1960 folgte 1977/78 die zeitweilige Vereinigung mit der heutigen Ludwigshafener FH und 1996 die offizielle Ernennung zur selbstständigen Fachhochschule Worms. Das Studienangebot fand große Resonanz, bereits im Wintersemester 1982/83 war die Studierendenzahl auf 1.200 angewachsen. Inzwischen sind rund 2.700 junge Frauen und Männer an der FH Worms immatrikuliert, davon rund 20 Prozent aus dem Ausland. Dieser beachtlich hohe Anteil zeigt, dass die Wormser Studiengänge auch außerhalb der Bundesrepublik auf großes Interesse stoßen. Die Hochschule verfügt über einen akademischen Stab von insgesamt 59 hauptamtlichen Professoren und Dozenten und etwa 100 nebenberuflichen Lehrbeauftragten. Sie sind in drei verschiedenen Fachbereichen tätig: Wirtschaftswissenschaften, Touristik & Verkehrswesen und Informatik. Das Angebot umfasst zehn betriebswirtschaftliche und vier technische Studiengänge. Der Fokus liegt dabei auf den spezifischen Anforderungen des jeweiligen Berufsbildes. Eine besonders innovative Einrichtung der FH Worms ist das Zentrum für Technologietransfer und Telekommunikation (ZTT). Sein Ziel ist die Erforschung neuer Perspektiven im IT-Bereich und die Bearbeitung von Fragestellungen, für die es auf dem Markt noch keine Lösungen gibt, an denen aber bei vielen Firmen Interesse besteht. Die Ergebnisse werden vor allem kleinen und mittelständischen Betrieben zur Verfügung gestellt. Zusätzlich berät das ZTT die Unternehmen der Region auch in technischen Fragen und beteiligt sich an kooperativen Großforschungsprojekten.

Innovation: Spezialsoftware für ALICE

Der Gigant liegt tief unter der Erde, im Grenzgebiet zwischen Frankreich und der westlichen Schweiz, nur wenige Autominuten von Genf entfernt. Sein Name: Large Hadron Collider, kurz LHC. Wissenschaftler haben den riesigen Tunnelring mit einem Umfang von 27 Kilometern gebaut, um darin Verhältnisse nachzustellen, wie sie kurz nach dem Urknall geherrscht haben dürften. Damals, bei der Geburt des Universums, muss Materie mit gewaltigen Energien durcheinander gewirbelt worden sein. Im LHC lassen die Forscher Teilchen mit annähernder Lichtgeschwindigkeit aufeinander prallen. Was dann passiert, wie die Materie unter der Wucht des Aufpralls zerfällt und welche Elementarteilchen dabei wiederum entstehen, wird mit größtmöglicher Präzision registriert. ALICE ist ein solches Experiment. Hierbei kommen später auch schwere Bleiionen zum Einsatz. Die aus LHC-Versuchsanordnungen hervorgehenden Datenmengen sind immens, und somit auch eine enorme IT-Herausforderung. Das Kernstück von ALICE sind Spezialdetektoren für Elementarteilchen. Für diese und weitere beim Experiment eingesetzte Apparate hat das ZTT der Fachhochschule Worms in Zusammenarbeit mit Experten der Universitäten Heidelberg und Bergen in Norwegen die erforderliche Kommunikationssoftware entwickelt, und wird diese auch während des Betriebs begleiten. Die Anforderungen an die Software sind extrem hoch. Sämtliche Hochleistungsinstrumente müssen im Versuchsablauf kontinuierlich auf ihre Funktionsfähigkeit hin überwacht werden, bei der geringsten Störung müssen Forscher sofort Maßnahmen ergreifen können. Bei ersten Tests zeigten sich Mängel des ursprünglichen Codes der Software, die inzwischen von den ZTT-Experten behoben wurden. Das Projekt hat noch einen zusätzlichen, wirtschaftlichen Mehrwert: ALICE-Software eignet sich auch hervorragend für die Überwachung ganzer Produktionslinien in der Industrie.


Anschrift:
Erenburgerstraße 19

67549 Worms


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