
Der Gigant liegt tief unter der Erde, im Grenzgebiet zwischen Frankreich und der westlichen Schweiz, nur wenige Autominuten von Genf entfernt. Sein Name: Large Hadron Collider, kurz LHC. Wissenschaftler haben den riesigen Tunnelring mit einem Umfang von 27 Kilometern gebaut, um darin Verhältnisse nachzustellen, wie sie kurz nach dem Urknall geherrscht haben dürften. Damals, bei der Geburt des Universums, muss Materie mit gewaltigen Energien durcheinander gewirbelt worden sein. Im LHC lassen die Forscher Teilchen mit annähernder Lichtgeschwindigkeit aufeinander prallen. Was dann passiert, wie die Materie unter der Wucht des Aufpralls zerfällt und welche Elementarteilchen dabei wiederum entstehen, wird mit größtmöglicher Präzision registriert. ALICE ist ein solches Experiment. Hierbei kommen später auch schwere Bleiionen zum Einsatz. Die aus LHC-Versuchsanordnungen hervorgehenden Datenmengen sind immens, und somit auch eine enorme IT-Herausforderung. Das Kernstück von ALICE sind Spezialdetektoren für Elementarteilchen. Für diese und weitere beim Experiment eingesetzte Apparate hat das ZTT der Fachhochschule Worms in Zusammenarbeit mit Experten der Universitäten Heidelberg und Bergen in Norwegen die erforderliche Kommunikationssoftware entwickelt, und wird diese auch während des Betriebs begleiten. Die Anforderungen an die Software sind extrem hoch. Sämtliche Hochleistungsinstrumente müssen im Versuchsablauf kontinuierlich auf ihre Funktionsfähigkeit hin überwacht werden, bei der geringsten Störung müssen Forscher sofort Maßnahmen ergreifen können. Bei ersten Tests zeigten sich Mängel des ursprünglichen Codes der Software, die inzwischen von den ZTT-Experten behoben wurden. Das Projekt hat noch einen zusätzlichen, wirtschaftlichen Mehrwert: ALICE-Software eignet sich auch hervorragend für die Überwachung ganzer Produktionslinien in der Industrie.