
Viele Jahrzehnte lang schien alles einfach zu sein: Die beweglichen Bauteile von Motoren und Fahrwerken waren aus Metallen gefertigt, die für ihre Funktionen erforderlichen Schmierstoffe hatten langlebig zu sein und eine optimale Schutzwirkung zu entfalten. Doch die Zeiten ändern sich. Es stehen nicht mehr nur Robustheit und eine möglichst lange Lebensdauer der Kfz-Technik im Vordergrund, sondern auch der Treibstoffverbrauch. Die Autoindustrie arbeitet mit Hochdruck an der Entwicklung neuer Werkstofftechnologien, um Bauteile leichter zu machen und so die Energieeffizienz von Fahrzeugen zu verbessern. Und das hat natürlich auch Konsequenzen im Bereich der Schmierstoffe. Letztere entfalten zum Beispiel auf sogenannten Schichtwerkstoffen mit Oberflächen aus Kohlenstoff-Materialien eine andere Wirkung als auf Metallen. Das im Juli 2009 gestartete Verbundforschungsprojekt PEGASUS hat die Entwicklung und Erprobung neuer Schmierstoffe mit optimalen Eigenschaften für den kombinierten Einsatz auf metallischen und beschichteten Bauteilen zum Ziel. Dank spezieller Zusatzstoffe Additive sollen Öle und Fette weniger zähflüssig sein können, ohne dabei ihre Schutzwirkung zu verringern und infolgedessen den Verschleiß mechanischer Teile zu erhöhen. Geringere Viskosität (Zähflüssigkeit) bedeutet geringere Reibungsverluste. Je nach Temperatur kann pro verringerte Viskositätsstufe bis zu 7,5 Prozent Treibstoff eingespart werden. Das schont Umwelt und Geldbeutel. Die Entwicklungsabteilungen der Firma Fuchs Europe Schmierstoffe spielen im Projekt PEGASUS eine zentrale Rolle. Weitere Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft sind unter anderem der Autohersteller BMW, das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik in Dresden sowie das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Materialforschung in Bremen. Größter finanzieller Förderer ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.