Landessternwarte Heidelberg

Die Großherzogliche Bergsternwarte wurde 1898 eröffnet, als Lichtverschmutzung noch weitgehend unbekannt war. Die Zeiten haben sich geändert. Zwar kann man auch heute noch durch die Teleskope am Königstuhl Planeten und Sterne beobachten, doch die wichtigsten Studien finden in meist menschenleeren Gebieten statt. Deshalb ist die Landessternwarte an mehreren Großforschungsprojekten mit Spezialteleskopen beteiligt. Hierzu gehören auch das LBT auf dem Mount Graham in Arizona und das VLTI in Chile, das unter anderem zur Suche von extrasolaren Planeten dient.

Innovation: H.E.S.S. spürt seltsame Sterne auf

Die Region um den Gamsberg in Namibia ist bekannt für ihren außergewöhnlich klaren Himmel. Dies ist der Standort von H.E.S.S., dem High Energy Stereoscopic System. Herzstück der 2004 in Betrieb gegangenen Anlage sind vier 12-Meter-Cherenkov-Teleskope, die auch noch sehr geringe Mengen hochenergetischer kosmischer Gamma-Strahlung (VHE) erfassen können. VHE wird von bestimmten ungewöhnlichen Objekten wie zum Beispiel Schwarzen Löchern oder Quasaren, den Kernen ganzer Galaxien, ausgestrahlt. Schwankungen in den Mengen emittierter hochenergetischer Gamma-Strahlung können über das Verhalten solcher Himmelskörper Auskunft geben. Explosive Supernovas sind ebenfalls VHE-Quellen. Das H.E.S.S.-Projekt hat unter Beteiligung von Wissenschaftlern der Heidelberger Landessternwarte bereits mehrere solcher kosmischen Gammastrahler geortet und genauer untersucht, darunter auch denjenigen im Zentrum unserer eigenen Galaxie.


Anschrift:
Königstuhl 12

69117 Heidelberg


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