Abbott GmbH & Co. KG

Der Abbott-Standort Ludwigshafen mit seinen rund 2.000 Mitarbeitern wurde 1886 als Firma Knoll gegründet und ist seit 2001 Teil des US-amerikanischen, international tätigen Gesundheitsunternehmens Abbott. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Arzneimitteln und anderen medizinischen Produkten. In Deutschland liegen die Schwerpunkte bei Blutzuckermesssystemen für Diabetiker, Spezialgeräten und -produkten für die Augenheilkunde, Sondennahrung, diversen medizinischen Testverfahren und Diagnosesystemen, gefäßtherapeutischer Technik und Medikamenten. Am Standort Ludwigshafen hat auch der Geschäftsbereich Soliqs mit Kunden in mehr als 100 Ländern der Erde seinen Sitz. Dieser Bereich entwickelt vor allem neue Wirkstoffformulierungen mit dem Zweck, Medikamente effektiver wirken zu lassen. Den Grundstein für den Abbott-Konzern legte der Arzt und Apotheker Dr. Wallace Abbott 1888 in Chicago. Er hatte die Idee zur Herstellung sogenannter dosimetrischer Granulate, winzigen Tablettenkügelchen, mit denen sich aus Pflanzen extrahierte Wirkstoffe gegen Fieber oder Rheuma wesentlich besser dosieren ließen als damals üblich. Die Methode war äußerst erfolgreich, sowohl medizinisch als auch im geschäftlichen Sinne. 1900 wurde die Abbott Alkaloid Company gegründet, ihre erste europäische Niederlassung eröffnete 1910 in London. Das Unternehmen spezialisierte sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts immer stärker auf die Erforschung und Entwicklung synthetischer Präparate. Später machte sich Abbott unter anderem im Kampf gegen die Immunschwäche AIDS verdient. Bereits 1985 brachte das Unternehmen den ersten zugelassenen Test zum Nachweis von HIV-Antikörpern im Blut auf den Markt. Ein Durchbruch in der Behandlung von HIV-Infizierten gelang 1996 mit der Zulassung eines Präparats, das die Vermehrung der AIDS-auslösenden Viren hemmt.

Innovation: Schmelzextrusion macht Medikamente wirkungsvoller

Das Problem ist äußerst komplex: Viele medizinisch wirksame Substanzen haben die schwierige Eigenschaft, dass sie sich in einem wässrigen Milieu, wie zum Beispiel im Darm, nur schwer auflösen. Doch nur in gelöster Form können sie vom Körper aufgenommen werden und ihre erwünschte Wirkung entfalten. Eine Ursache für schlechte Löslichkeit sind unter anderem die stabilen Kristalle, die bestimmte Stoffe in festem Zustand bilden. Deshalb können Teile einer Dosis vollkommen wirkungslos den Magen-DarmTrakt passieren und wieder ausgeschieden werden. Dem Behandlungserfolg kommt das natürlich nicht zugute. Experten des Abbott-Geschäftsbereichs Soliqs in Ludwigshafen haben einen in der Pharmazie bislang einmaligen technischen Ansatz für die Behandlung von schwerlöslichen Wirkstoffen erforscht. Schmelzextrusion ist ein Verfahren aus der Kunststoffindustrie, welches die Soliqs-Experten für die Entwicklung von Meltrex® und Xellex® nutzten. Man bringt den Wirkstoff mit Hilfssubstanzen in einem Extruder, einem Laborgerät zur Durchmischung und Formung erhitzter Massen, mit einem Polymer zusammen. Das geschmolzene Polymer dient als Lösemittel für den medizinischen Wirkstoff. Nach der Abkühlung erstarrt das Polymer zwar wieder, doch das Arzneipräparat kann keine festen Kristalle mehr bilden. Fachleute sprechen hier von einer festen Lösung. Wenn sich also das wasserlösliche Polymer im Magen, Darm oder Mund zersetzt, kann der bereits im Polymer aufgelöste Wirkstoff sofort vom Körpergewebe aufgenommen werden. Xellex® bezeichnet die Fabrikation von medikamentösen Polymerfolien zum Einsatz in der Mundhöhle, Meltrex® steht für die Produktion von Tabletten-Vorstufen. Diese Technologie kommt bei der Herstellung von hochwirksamen und wärmeunempfindlichen Proteaseinhibitor-Pillen gegen HIV zum Einsatz.


Anschrift:
Knollstr. 50

67061 Ludwigshafen


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